Aufbau BOS-Funk und E-Government Aktivitäten im BKS

Die rasante Entwicklung der IuK-Technologie mit immer kürzeren Entwicklungszyklen stellt ständig neue Anforderungen aber auch Unterstützungsmöglichkeiten für die Einsatzkräfte.

Als ein vordringlicher Schwerpunkt gilt es hier, den bisherigen analogen BOS-Funk in den kommenden Jahren in Rheinland-Pfalz in zwei Abschnitten durch das neue digitale Sprech- und Datenfunknetz der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) zu ersetzen. Der Bund und die Länder hatten hierzu eine „Vereinbarung zur Regelung der Zusammenarbeit beim Aufbau und Betrieb eines bundesweit einheitlichen Sprech- und Datenfunksystems für alle BOS in der Bundesrepublik Deutschland“ geschlossen. Auf der Grundlage dieser sog. Dachvereinbarung hat Rheinland-Pfalz mit der Projektgruppe Digitalfunk die Weichen gestellt, dass alle BOS-Dienste künftig den Einsatzkräften im Land zur Verfügung stehen

Durch die Einführung des bundesweit einheitlichen digitalen Sprech- und Datenfunks für die Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) wurde es nötig, die bisherigen Funknetze mit ihrem Alarmierungssystem abzuschalten. Da das digitale Sprech- und Datenfunknetz nicht für die Alarmierung innerhalb von Gebäuden ausgelegt ist, hat sich das Innenministerium für ein eigenes und unabhängiges Alarmierungsnetz entschieden.
Der Ausbau eines digitalen und landesweit einheitlichen Alarmierungsnetzes für die Feuerwehren, den Katastrophenschutz und den Rettungsdienst hat begonnen. „Innerhalb der nächsten vier Jahre soll das alte analoge System durch die neue Technik ersetzt werden“, sagte Innenstaatssekretärin Heike Raab im November 2013 in Mainz. Dafür sei nach entsprechender Ausschreibung und einem Testbetrieb ein Rahmenvertrag mit der Firma SWISSPHONE mit einem Gesamtvolumen von etwa 19 Millionen Euro unterzeichnet worden.
Es werden nun in ganz Rheinland-Pfalz rund 350 Relaisfunkstellen aufgebaut und für die Einsatzkräfte etwa 35.000 Funkmeldeempfänger angeschafft. 

Die Datenkommunikation und speziell die Übermittlung von Statusmeldungen gestaltet sich dabei aufwendig, da sie nicht wie im bisherigen Analogfunk über den Sprachkanal erfolgt. Die Bundesländer müssen eigene Konzepte und Lösungen zur zielgerichteten Übertragung entwerfen. Rheinland-Pfalz setzt hierzu auf den Aufbau eines zentralen Statusdienstes, der alle Statusmeldungen zur Verfügung stellt.

Der Konzeptansatz für eine digitale Statusübermittlung über das BKS-Portal.rlp wurde auf der CeBIT 2014 vorgestellt.

Weitere Schwerpunktaufgabe sind Ausbau und Konzeption der IT-Unterstützung der Aufgabenträger im Brand- und Katastrophenschutz. Hier steht der Ausbau vernetzter Datenbankstrukturen und Portaldienste an, die die Einsatzabläufe weiter it-gestützt optimieren werden.

Das Land hat  in einem ersten Schritt hier  in den Jahren 2010/-11 bereits rd. 1,1 Mio € für das Update der den kommunalen Aufgabenträgern zur Verfügung gestellten Landessoftware ARIGON eingesetzt.
Im Februar 2012 hat Staatsminister Lewentz die kommunalen und staatlichen Aufgabenträger im Brand- und Katastrophenschutz über die aktuellen Eckpunkte zur Fortentwicklung bisheriger Konzeptionen  informiert und die Zielsetzung zentraler Plattformen betont. 

Auf Grundlage einer Machbarkeitsstudie hat die Projektarbeitsgruppe aus Landesdienststellen und kommunalen Praktikern in Zusammenarbeit mit der Universität Koblenz-Landau die Web-Plattform BKS-Portal rlp entwickelt. Das hieraus entstandene BKS-Portal rlp wurde 2013 von Innenstaatssekretärin Heike Raab für den Pilotbetrieb freigeschaltet und steht so schrittweise für die Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) zur Verfügung. 
Es bietet neben zentralen Bereichen des Wissens- und Informationsmanagements Möglichkeiten der behördenübergreifenden Zusammenarbeit, und unterstützt die BOS bei Aufgaben der Organisation und Datenpflege.

Ein weiterer Schwerpunkt wird der Ausbau weiterer E-Government Aktivitäten im Brand- und Katastrophenschutz sein. So hat zum Beispiel das bundesweit in Rheinland-Pfalz beispielhafte E-Learningangebot an der Feuerwehr- und Katastrophenschutzschule oder die dort entwickelte Simulationssoftware SAFER auch auf verschiedenen internationalen Messen das Interesse des Fachpublikums registriert.